Das flämische Cembalo, geboren in der selben Zeit wie das Italienische, hat ganz andere sowohl strukturelle als auch Klangeigenschaften.

Die flämischen Instrumente sind massiver gebaut und ästhetisch nicht so raffiniert.

 

Das flämische Cembalo

 

Der Klang ist ziemlich dunkel und voll, der Ansatz rund, die Baßnoten sind emphatisiert.

Die bekanntesten flämischen Cembalobauer gehören zur Familie Ruckers aus Antwerpen. Die flämische Bauschule wurde zum Modell für alle andere Bauschulen von Nord-Europa.

Der typische Umfang der Instrumente des 17. Jh. ist C/E-c3, eine Klaviatur und zwei Register, 8´4´, Lautenzug (manchmal trifft man auch eine zweite Klaviatur, welche aber vielleicht transponierend konzipiert war).

 

Das flämische Cembalo

 

Die zweite Klaviatur, ein drittes acht Fuß Register und ein größerer Tonumfang werden erst im 18. Jh. eingeführt, bzw. in den von den französischen Cembalobauern später veränderten Cembali von Ruckers (sog. Ravalement).

Die flämischen Cembali sind oft farblackiert, mit Marmordekorationen auf den Seiten, der Resonanzboden bemalt mit Blumen und Vögeln, bedrucktes Papier auf dem Deckel (oder eine Bemalung für die feinsten Instrumente) und den Innenseiten des Gehäuses.

 

Das flämische Cembalo

 

Dieses Instrument hören:

Play G.F.Haendel, Presto
Simone Stella